里尔克  Die neunte Elegie  编辑历史

  1. 1个月前   李大侠  更改了
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    1Warum, wenn es angeht, also die Frist des Daseins1Warum, wenn es angeht, also die Frist des Daseins
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    3hinzubringen, als Lorbeer, ein wenig dunkler als alles2hinzubringen, als Lorbeer, ein wenig dunkler als alles
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    5andere Grün, mit kleinen Wellen an jedem3andere Grün, mit kleinen Wellen an jedem
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    7Blattrand (wie eines Windes Lächeln) –: warum dann4Blattrand (wie eines Windes Lächeln) –: warum dann
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    9Menschliches müssen – und, Schicksal vermeidend,5Menschliches müssen – und, Schicksal vermeidend,
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    11sich sehnen nach Schicksal?...6sich sehnen nach Schicksal?...
    13Oh, nicht, weil Glück ist,8Oh, nicht, weil Glück ist,
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    15dieser voreilige Vorteil eines nahen Verlusts.9dieser voreilige Vorteil eines nahen Verlusts.
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    17Nicht aus Neugier, oder zur Übung des Herzens,10Nicht aus Neugier, oder zur Übung des Herzens,
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    19das auch im Lorbeer wäre.....11das auch im Lorbeer wäre.....
    21Aber weil Hiersein viel ist, und weil uns scheinbar13Aber weil Hiersein viel ist, und weil uns scheinbar
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    23alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das14alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das
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    25seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten. Ein Mal15seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten. Ein Mal
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    27jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und wir auch16jedes, nur ein Mal. Ein Mal und nicht mehr. Und wir auch
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    29ein Mal. Nie wieder. Aber dieses17ein Mal. Nie wieder. Aber dieses
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    31ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal:18ein Mal gewesen zu sein, wenn auch nur ein Mal:
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    33irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.19irdisch gewesen zu sein, scheint nicht widerrufbar.
    35Und so drängen wir uns und wollen es leisten,21Und so drängen wir uns und wollen es leisten,
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    37wollens enthalten in unsern einfachen Händen,22wollens enthalten in unsern einfachen Händen,
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    39im überfüllteren Blick und im sprachlosen Herzen.23im überfüllteren Blick und im sprachlosen Herzen.
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    41Wollen es werden. – Wem es geben? Am liebsten24Wollen es werden. – Wem es geben? Am liebsten
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    43alles behalten für immer... Ach, in den andern Bezug,25alles behalten für immer... Ach, in den andern Bezug,
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    45wehe, was nimmt man hinüber? Nicht das Anschaun, das hier26wehe, was nimmt man hinüber? Nicht das Anschaun, das hier
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    47langsam erlernte, und kein hier Ereignetes. Keins.27langsam erlernte, und kein hier Ereignetes. Keins.
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    49Also die Schmerzen. Also vor allem das Schwersein,28Also die Schmerzen. Also vor allem das Schwersein,
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    51also der Liebe lange Erfahrung, – also29also der Liebe lange Erfahrung, – also
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    53lauter Unsägliches. Aber später,30lauter Unsägliches. Aber später,
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    55unter den Sternen, was solls: die sind besser unsäglich.31unter den Sternen, was solls: die sind besser unsäglich.
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    57Bringt doch der Wanderer auch vom Hange des Bergrands32Bringt doch der Wanderer auch vom Hange des Bergrands
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    59nicht eine Hand voll Erde ins Tal, die Allen unsägliche, sondern33nicht eine Hand voll Erde ins Tal, die Allen unsägliche, sondern
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    61ein erworbenes Wort, reines, den gelben und blaun34ein erworbenes Wort, reines, den gelben und blaun
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    63Enzian. Sind wir vielleicht hier, um zu sagen: Haus,35Enzian. Sind wir vielleicht hier, um zu sagen: Haus,
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    65Brücke, Brunnen, Tor, Krug, Obstbaum, Fenster, –36Brücke, Brunnen, Tor, Krug, Obstbaum, Fenster, –
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    67höchstens: Säule, Turm.... aber zu sagen, verstehs,37höchstens: Säule, Turm.... aber zu sagen, verstehs,
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    69oh zu sagen so, wie selber die Dinge niemals38oh zu sagen so, wie selber die Dinge niemals
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    71innig meinten zu sein. Ist nicht die heimliche List39innig meinten zu sein. Ist nicht die heimliche List
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    73dieser verschwiegenen Erde, wenn sie die Liebenden drängt,40dieser verschwiegenen Erde, wenn sie die Liebenden drängt,
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    75daß sich in ihrem Gefühl jedes und jedes entzückt?41daß sich in ihrem Gefühl jedes und jedes entzückt?
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    77Schwelle: was ists für zwei42Schwelle: was ists für zwei
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    79Liebende, daß sie die eigne ältere Schwelle der Tür43Liebende, daß sie die eigne ältere Schwelle der Tür
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    81ein wenig verbrauchen, auch sie, nach den vielen vorher44ein wenig verbrauchen, auch sie, nach den vielen vorher
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    83und vor den Künftigen ...., leicht.45und vor den Künftigen ...., leicht.
    85Hier ist des Säglichen Zeit, hier seine Heimat.47Hier ist des Säglichen Zeit, hier seine Heimat.
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    87Sprich und bekenn. Mehr als je48Sprich und bekenn. Mehr als je
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    89fallen die Dinge dahin, die erlebbaren, denn,49fallen die Dinge dahin, die erlebbaren, denn,
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    91was sie verdrängend ersetzt, ist ein Tun ohne Bild.50was sie verdrängend ersetzt, ist ein Tun ohne Bild.
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    93Tun unter Krusten, die willig zerspringen, sobald51Tun unter Krusten, die willig zerspringen, sobald
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    95innen das Handeln entwächst und sich anders begrenzt.52innen das Handeln entwächst und sich anders begrenzt.
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    97Zwischen den Hämmern besteht53Zwischen den Hämmern besteht
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    99unser Herz, wie die Zunge54unser Herz, wie die Zunge
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    101zwischen den Zähnen, die doch,55zwischen den Zähnen, die doch,
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    103dennoch, die preisende bleibt.56dennoch, die preisende bleibt.
    105Preise dem Engel die Welt, nicht die unsägliche, ihm58Preise dem Engel die Welt, nicht die unsägliche, ihm
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    107kannst du nicht großtun mit herrlich Erfühltem; im Weltall,59kannst du nicht großtun mit herrlich Erfühltem; im Weltall,
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    109wo er fühlender fühlt, bist du ein Neuling. Drum zeig60wo er fühlender fühlt, bist du ein Neuling. Drum zeig
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    111ihm das Einfache, das, von Geschlecht zu Geschlechtern gestaltet,61ihm das Einfache, das, von Geschlecht zu Geschlechtern gestaltet,
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    113als ein Unsriges lebt, neben der Hand und im Blick.62als ein Unsriges lebt, neben der Hand und im Blick.
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    115Sag ihm die Dinge. Er wird staunender stehn; wie du standest63Sag ihm die Dinge. Er wird staunender stehn; wie du standest
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    117bei dem Seiler in Rom, oder beim Töpfer am Nil.64bei dem Seiler in Rom, oder beim Töpfer am Nil.
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    119Zeig ihm, wie glücklich ein Ding sein kann, wie schuldlos und unser,65Zeig ihm, wie glücklich ein Ding sein kann, wie schuldlos und unser,
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    121wie selbst das klagende Leid rein zur Gestalt sich entschließt,66wie selbst das klagende Leid rein zur Gestalt sich entschließt,
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    123dient als ein Ding, oder stirbt in ein Ding –, und jenseits67dient als ein Ding, oder stirbt in ein Ding –, und jenseits
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    125selig der Geige entgeht. – Und diese, von Hingang68selig der Geige entgeht. – Und diese, von Hingang
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    127lebenden Dinge verstehn, daß du sie rühmst; vergänglich,69lebenden Dinge verstehn, daß du sie rühmst; vergänglich,
    128
    129traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.70traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu.
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    131Wollen, wir sollen sie ganz im unsichtbarn Herzen verwandeln71Wollen, wir sollen sie ganz im unsichtbarn Herzen verwandeln
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    133in – o unendlich – in uns! Wer wir am Ende auch seien.72in – o unendlich – in uns! Wer wir am Ende auch seien.
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    135Erde, ist es nicht dies, was du willst: unsichtbar73Erde, ist es nicht dies, was du willst: unsichtbar
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    137in uns erstehn? – Ist es dein Traum nicht,74in uns erstehn? – Ist es dein Traum nicht,
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    139einmal unsichtbar zu sein? – Erde! unsichtbar!75einmal unsichtbar zu sein? – Erde! unsichtbar!
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    141Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?76Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?
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    143Erde, du liebe, ich will. Oh glaub, es bedürfte77Erde, du liebe, ich will. Oh glaub, es bedürfte
    14478nicht deiner Frühlinge mehr, mich dir zu gewinnen –, einer,
    145nicht deiner Frühlinge mehr, mich dir zu gewinnen –,einer,
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    147ach, ein einziger ist schon dem Blute zu viel.79ach, ein einziger ist schon dem Blute zu viel.
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    149Namenlos bin ich zu dir entschlossen, von weit her.80Namenlos bin ich zu dir entschlossen, von weit her.
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    151Immer warst du im Recht, und dein heiliger Einfall81Immer warst du im Recht, und dein heiliger Einfall
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    153ist der vertrauliche Tod.82ist der vertrauliche Tod.
    155Siehe, ich lebe. Woraus? Weder Kindheit noch Zukunft84Siehe, ich lebe. Woraus? Weder Kindheit noch Zukunft
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    157werden weniger ....... Überzähliges Dasein85werden weniger ....... Überzähliges Dasein
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    159entspringt mir im Herzen.86entspringt mir im Herzen.
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