Herangedämmert kam der Abend,
Wilder toſ'te die Fluth,
Und ich ſaß am Strand, und ſchaute zu
Dem weißen Tanz der Wellen,
Und meine Bruſt ſchwoll auf wie das Meer,
Und ſehnend ergriff mich ein tiefes Heimweh
Nach dir, du holdes Bild,
Das überall mich umſchwebt,
Und überall mich ruft,
Ueberall, überall,
Im Sauſen des Windes, im Brauſen des Meers,
Und im Seufzen der eigenen Bruſt.
Mit leichtem Rohr ſchrieb ich in den Sand:
„Agnes, ich liebe Dich!“
Doch böſe Wellen ergoſſen ſich
Ueber das ſüße Bekenntniß,
Und löſchten es aus.
Zerbrechliches Rohr, zerſtiebender Sand,
Zerfließende Wellen, Euch trau' ich nicht mehr!
Der Himmel wird dunkler, mein Herz wird wilder,
Und mit ſtarker Hand, aus Norwegs Wäldern
Reiß ich die höchſte Tanne,
Und tauche ſie ein
In des Aetnas glühenden Schlund, und mit ſolcher
Feuergetränkten Rieſenfeder
Schreib' ich an die dunkle Himmelsdecke:
„Agnes, ich liebe Dich!“
Jedwede Nacht lodert alsdann
Dort oben die ewige Flammenſchrift,
Und alle nachwachſende Enkelgeſchlechter
Leſen jauchzend die Himmelsworte:
„Agnes, ich liebe Dich!“
PoemWiki 评分
暂无评论 写评论